Dülmener Wildpferde

…hinter Zaun aber trotzdem mehr als beeindruckend!

Ende August hatte ich die recht spontane Idee, bei entsprechendem Wetter und Lust und Laune zu den Dülmener Wildpferden zum Beobachten und Fotografieren zu fahren.

Die Dülmener Wildpferde sind Pferde, die im Merfelder Bruch bei Dülmen auf einem ca 350 Hektar großen Naturschutzgebiet leben. Die Herde ist 300-400 Tiere groß, und die herde wurde erstmals 1316 urkundlich erwähnt und steht seit 1994 auf der roten Liste der gefährdeten Nutztierrassen der GEH. Die Pferde sind um die 130cm hoch, überwiegend Falben, wobei auch Braune/Braunfalben und Falben in allen Schattierungen vorkommen, z.T. sind die dunklen Tiere aber Jungpferde, die ihre Farbe noch verändern. Typisch und Hinweise auf die Wildpferdherkunft sind der Aalstrich und vereinzelt dunklen Strichen an den Beinen, die an Zebras erinnern.

Aalstrich bei Graufalben

Die Dülmener Wildpferde sind halbwild. Sie leben auf sich gestellt in ihrem Gebiet, kein Tierarzt, kein Hufschmied, kein Menschenkontakt. Allerdings bekommen sie Heu in harten Wintern gestellt, wenn die Nahrung knapp wird.
Jedes Jahr werden die Jährlingshengste aus der Herde beim Dülmener Wildpferdefang im Mai aus der Herde genommen, die Zucht erfolgt unter der Herzog von Croyschen Verwaltung. Um Inzucht zu reduzieren, wurden im Laufe der Jahre Welsh-Ponys, Exmoor, Huzulen und vor allem Koniks eingekreuzt.

30. August, gesagt, getan. Die ca 2 h Fahrt Richtung Dülmen ging unproblematisch und ich hatte mich nach dem Wetterbericht so aufgemacht, dass ich am frühen Nachmittag vor Ort war. Die Einfahrt zum Wildpferdegelände ist mit Navi und knapper Beschilderung gut zu finden, man fährt ein ganzes Stück durch den Wald, zahlt an einem Häuschen 3 Euro eintritt und kann auf einer großen Wiese neben den Toilettenhäuschen parken. Aktuell ist das Gelände an Wochenenden von 10-18 Uhr geöffnet. Weitere Informationen auf der offiziellen Homepage: Dülmener Wildpferde.
Ein kurzer Spaziergang an den Zäunen entlang und man gelangt zur Wasserstelle, einem Wasserloch, wo sich wohl in den meisten Fällen, so auch heute, der Großteil der Herde versammelt.

Wenn die Herde ins Blickfeld kommt, ist das schon beeindruckend. Ca 350 Tiere, z.T. eng an eng gedrängt, vom Fohlen bis zum Senior, in ständiger Kommunikation und trotzdem mit sehr viel Ruhe und ohne größere Streitigkeiten. Wow! Man könnte (und kann und das habe ich auch getan) stundenlang einfach nur zuschauen und in das Leben der Herde eintauchen. Wenn sie z.B. wie von einem unsichtbaren Signal gerufen alle das Wasserloch verlassen, sich auf der Wiese vertreuen, und dann in kleinen Gruppen, die Jungpferde immer gut geschützt, wiederkommen und in der Sonne dösen. Wunderschön!

Ob ich mit dem generellen Konzept so glücklich bin, weiß ich nicht. Man sah schon alte und offensichtlich kranke Pferde in der Herde. Und tatsächlich lag ein Pferd wohl seit Stunden regungslos auf der Weide, Besucher hatten den Aufseher gerufen, der dann auch kam und meinte, dass das Pferd tot sein, das sei halt Natur. Der tote Pferdekörper wurde dann mit einem Bagger aufgeladen und weggefahren. Hier gibt es eine mehr oder weniger natürlich Auslese, und das gehört einfach auch dazu. Was aber natürlich auch für uns Pferdeliebhaber z.T. schwierig anzusehen ist. Verfilzte Mähnen, z.T. deutlich zu lange und unförmige Hufe, auf der anderen Seite aber eine homogene und sehr große und in großen Teilen wunderschön aussehende Herde, halb-wild.

Die Herde ist durch einen doppelten Zaun von den Besuchern getrennt. Für Familien und auch Besucher mit angeleintem Hund ein tolles Erlebnis. Allerdings hätte ich mir manchmal gewünscht, dass die Mütter und Väter ein wenig weniger mit ihren Kindern rumschreien und auch diese zu einem ruhigeren Verhalten so nah an den Pferden anleiten würden. Denen scheint das allerdings nichts auszumachen, sie sind das offensichtlich gewöhnt.

Zum Fotografieren war das Wetter ideal, immer wieder kam die Sonne raus und hat wunderschöne Schattenspiele gemalt, und meine Olympusausrüstung (die OMD-EM1M2 mit dem 40-150 f2,8 + zT dem Telekonverter 1,4 auf f4 hat exzellente Arbeit geliefert.

Ich kann mich immer noch nicht an den Fotos satt sehen und hoffe, dass sie Euch gefallen.

Wie immer – copyright auf alles, wer gerne ein Foto hätte, kann mich aber natürlich gerne anschreiben!

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